Live-Workshop in München: Design, Architektur & Gestaltung als Hebel für die Arbeitswelt
Wie können Räume Zusammenarbeit, Lernen und Unternehmenskultur unterstützen? Und wann werden Arbeitswelten nicht nur schön, sondern glaubwürdig? Mit diesen Fragen haben wir uns beim Live-Workshop des flexible office network am 18. und 19. Mai 2026 im Design & Architektur Salon München beschäftigt.




Schon beim Ankommen war spürbar: Diese zwei Tage würden mehr werden als ein klassischer Fachworkshop. Viele bekannte Gesichter, neue Begegnungen und die Freude am persönlichen Austausch sorgten für eine Atmosphäre, die sich fast wie ein Klassentreffen anfühlte.
Der Design & Architektur Salon München als gelebtes Arbeitskonzept
Zum Auftakt begrüßte Geschäftsführerin Sandra Liebich die Mitglieder und Gäste des flexible office network und führte in das Thema „Vom Raum zum Menschen“ ein. Damit war der Rahmen gesetzt: Es sollte nicht nur um Gestaltung gehen, sondern um die Frage, wie Räume Menschen, Zusammenarbeit und Organisationen wirksam unterstützen können.
Gemeinsam mit WINI waren wir zu Gast im Design & Architektur Salon München (DAS). Rouwen Hofmann von WINI und Friedrich Zellner, Geschäftsführer des Design & Architektur Salon München, gaben Einblicke in einen Ort, an dem Raum, Design und Nutzung zusammenspielen. Denn der Design & Archiktektur Salon fungiert gleichzeitig als Coworking-Space für Unternehmen aus der WorkSpace-Welt und als Showroom für verschiedene Büroeinrichtungs-Unternehmen wie WINI oder Waldmann.
Im anschließenden Rundgang durch den Salon und den WINI-Showroom wurde deutlich: Arbeitswelten entstehen nicht allein auf dem Papier. Sie werden erfahrbar, wenn Materialien, Möblierung, Atmosphäre und Nutzung zusammenkommen – und wenn Räume nicht nur gezeigt, sondern erlebt werden können.
Vom Eindruck zur gemeinsamen Diskussion
Im Anschluss griffen Sandra Liebich und Dieter Boch für das flexible office network die Eindrücke des Tages in der Gruppenübung „Vom Raum zum Menschen“ wieder auf. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Gestaltung und Arbeitsumgebung dazu beitragen können, kollaborative Raumangebote besser zu aktivieren und Büroflächen wirksamer zu nutzen.
Dabei zeigte sich einmal mehr, was das Netzwerk ausmacht: unterschiedliche Perspektiven, praktische Erfahrungen und ein offener Austausch darüber, wie Arbeitswelten im Alltag tatsächlich funktionieren.
Räume wirken lassen: Material, Bild und Inszenierung
Am zweiten Tag richteten Frauke Meszaros, Objektberaterin bei Création Baumann, und Sophie Malsch, Geschäftsführerin der bauhaus filmwerkstatt, den Blick auf die Frage, wie Räume wahrgenommen und erlebbar werden.
Frauke Meszaros brachte dafür nicht nur Beispiele mit, sondern vor allem Materialien zum Anfassen. Anhand unterschiedlicher Stoffe wurde unmittelbar erfahrbar, welchen Einfluss Haptik, Akustik und Materialität auf die Wirkung eines Raumes haben. Die Teilnehmenden konnten die Materialien selbst erleben und diskutierten intensiv darüber, wie textile Lösungen Atmosphäre schaffen, Orientierung geben und zur Aufenthaltsqualität beitragen können.
Sophie Malsch ergänzte diese Perspektive um die Frage, wie Räume ihre Geschichte erzählen. Anhand von Film- und Bewegtbildprojekten zeigte sie, wie Architektur, Gestaltung und Nutzung sichtbar gemacht werden können. Denn gute Räume wirken nicht nur vor Ort – sie entfalten ihre Wirkung auch durch die Geschichten, die über sie erzählt werden.
Authentic Spaces: Wann werden Arbeitswelten glaubwürdig?
Einen weiteren Schwerpunkt setzte John Lam, Designstratege, Buchautor, Hochschuldozent und Wissenschaftler an der Technischen Universität München.
Unter dem Titel „Authentic Spaces“ stellte er die Frage, warum gute Räume nicht zuerst beeindrucken, sondern glaubwürdig sein müssen. Viele Arbeitswelten versprechen Offenheit, Kreativität und Gemeinschaft. Entscheidend ist jedoch, ob Gestaltung, Unternehmenskultur und tägliches Erleben tatsächlich zusammenpassen.
Im Austausch wurde deutlich: Räume sind niemals neutral. Sie erzählen immer etwas darüber, wie Organisationen über Menschen, Zusammenarbeit und Kultur denken. Genau deshalb reicht es nicht, Arbeitswelten nur ästhetisch zu planen. Sie müssen zur Organisation, zu den Menschen und zur gelebten Realität passen.
Lernräume, die das Denken in Bewegung bringen
Mit Markus Knöpfel, Digital Transformation Manager, Unternehmensberater und Dozent an der SRH University of Applied Sciences, richtete sich der Blick auf Lernräume und die Frage, wie Präsenz, Raumgestaltung und Ausstattung Problemlösekompetenz und selbstgesteuertes Lernen fördern können.
Gerade in Zeiten digitaler Dauerverfügbarkeit, hybrider Zusammenarbeit und KI-gestützter Prozesse gewinnen physische Lern- und Arbeitsräume eine neue Bedeutung. Sie können Konzentration unterstützen, Austausch ermöglichen und Denkprozesse anstoßen, die im rein digitalen Raum oft schwer entstehen.
Lernräume sind damit weit mehr als Orte der Wissensvermittlung. Sie können zu Umgebungen werden, in denen Menschen ausprobieren, reflektieren und gemeinsam neue Lösungen entwickeln.







Austausch, der über das Programm hinausging
Neben den fachlichen Impulsen war München vor allem ein Ort für intensive Gespräche.
In den Pausen, während der interaktiven Gruppenübung und beim gemeinsamen Abendessen in der Trattoria Il Buco wurde weiterdiskutiert. Später an der Bar im Design & Architektur Salon München setzten sich viele Gespräche bis tief in die Nacht fort.
Es ging um Materialität, Akustik und Atmosphäre, um Kreislauffähigkeit und nachhaltige Bürogestaltung, um Präsenz, Selbstorganisation und die Frage, welche Räume wir künftig eigentlich brauchen.
Gerade dieser offene Austausch macht das flexible office network aus: unterschiedliche Perspektiven, praktische Erfahrungen und der gemeinsame Wunsch, Arbeitswelten weiterzudenken.
Drei Impulse aus München
Arbeitswelten entstehen im Zusammenspiel: Raum, Nutzung, Gestaltung und Kultur müssen zusammenpassen, damit Arbeitsumgebungen im Alltag funktionieren.
Glaubwürdigkeit ist entscheidend: Gute Räume beeindrucken nicht nur durch Gestaltung, sondern durch die Übereinstimmung von Anspruch und gelebter Realität.
Präsenz braucht einen Mehrwert: Der Wert gemeinsamer Orte liegt weniger in reiner Information als in Begegnung, Austausch und sozialer Verdichtung.
Vielen Dank an Rouwen Hofmann, Friedrich Zellner, Stefan Schütz, Sophie Malsch, John Lam und Markus Knöpfel für ihre Impulse sowie an alle Teilnehmenden für zwei inspirierende Tage in München.
Wir freuen uns auf das Wiedersehen Ende Juni in Bern.