Wie können Arbeit, Arbeitsorte und Kultur so gestaltet werden, dass Menschen gesund bleiben, sich wohlfühlen und gute Arbeit leisten können? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Live-Workshop des flexible office network am 25. und 26. Juni 2026 in Bern.

Zu Gast waren wir bei PricewaterhouseCoopers in Bern und bei der T-Systems Schweiz AG in Zollikofen. Zwei sehr unterschiedliche Arbeitswelten, zwei offene Einblicke in laufende Veränderungen – und viele Gespräche darüber, was Organisationen, Räume und Führung leisten müssen, damit Arbeit langfristig wirksam und gesund gestaltet werden kann.

Ein Büro für viele Bedürfnisse: Das neue PwC-Office in Bern

Zum Auftakt begrüßten Sandra Liebich, Geschäftsführerin des flexible office network, und Gründer Dieter Boch die Mitglieder und Gäste. Das Thema „Sinnhaft arbeiten, gesund bleiben“ setzte den Rahmen für zwei Tage, in denen Arbeitsorte nicht isoliert betrachtet werden sollten, sondern immer im Zusammenhang mit Kultur, Zusammenarbeit und individuellen Bedürfnissen.

Dr. Veronika Pichler, Lead Strategic CREM bei PricewaterhouseCoopers AG, gab anschließend Einblicke in das erst im Mai neu eröffnete Büro in Bern. Die Ausgangslage: unterschiedliche Business Units mit sehr unterschiedlichen Anforderungen. Manche Teams arbeiten überwiegend beim Kunden, andere brauchen Räume für konzentrierte Prüfungsarbeit, wieder andere arbeiten eng im Team zusammen.

Das neue Office antwortet darauf mit einer Vielfalt an Arbeitsmöglichkeiten. Statt fester Einzelbüros stehen unterschiedliche Zonen, Fokusmöglichkeiten, Meetingräume und gemeinschaftlich nutzbare Bereiche zur Verfügung. Entscheidend ist dabei die Frage, wie Menschen den passenden Ort für ihre jeweilige Aufgabe finden.

Beim Rundgang wurde sichtbar, wie sich diese Idee in Material, Möblierung und Atmosphäre übersetzt. Helle Arbeitsbereiche, Rückzugsmöglichkeiten, akustische Lösungen und gemeinschaftliche Flächen bilden zusammen eine Arbeitsumgebung, die Bewegung und Wechsel zulässt, ohne konzentriertes Arbeiten aus dem Blick zu verlieren.

Arbeitswelt im Mittelstand: ehrlich, pragmatisch und mit klarer Haltung

Mit Marcel A. Fuchs, Gründer und Geschäftsführer von TotalOfficePerformance AG, ging der Blick auf ein Arbeitswelt-Projekt eines kleineren Unternehmens.

Sein Vortrag machte deutlich, dass gute Arbeitswelten dort entstehen, wo Verantwortliche bereit sind, genau hinzusehen, Bedürfnisse ernst zu nehmen und Entscheidungen konsequent zu treffen. Er berichtete offen von einem Projekt, das unter hohem Zeitdruck entwickelt und umgesetzt wurde. Von der Standortsuche über unterschiedliche Planungsvarianten bis zur Beteiligung der Mitarbeitenden zeigte sich, wie komplex selbst ein vergleichsweise kleines Projekt werden kann.

„Beteiligung ist wichtig, braucht aber einen klaren Rahmen. Unterschiedliche Wünsche und Erwartungen müssen aufgenommen werden – zugleich braucht es Menschen, die Entscheidungen treffen, Prioritäten setzen und ein Projekt voranbringen“, sagt Fuchs.

Am Ende entstand eine Arbeitsumgebung, die konzentriertes Arbeiten, Austausch, Besprechungen und gemeinsame Aufenthaltsqualität verbindet – als Ergebnis eines intensiven Prozesses mit vielen Schleifen.

Zwischen Innovation und Alltag: Einblicke bei T-Systems Schweiz

Der zweite Tag führte die Gruppe zu T-Systems Schweiz AG nach Zollikofen bei Bern. Björn Sigl, Head of Facility Management, gab einen sehr persönlichen und offenen Einblick in die Entwicklung des Standorts – off the records.

Die Geschichte von T-Systems Schweiz zeigt, wie eng Arbeitswelten mit wirtschaftlichen Veränderungen, Organisationsstrukturen und strategischen Entscheidungen verbunden sind. Auch beim Rundgang wurde deutlich, dass Arbeitsorte nicht statisch sind. Sie müssen sich an neue Anforderungen anpassen lassen – an hybride Arbeitsweisen, veränderte Teamgrößen, Sicherheitsanforderungen und neue Formen der Flächennutzung.

Was Arbeit gesund macht

Nach dem Rundgang richtete Dr. Milena Sina Wütschert, Leiterin der Fachstelle Betrieblicher Gesundheitsschutz beim Amt für Wirtschaft des Kantons Zürich, den Blick auf die arbeitspsychologische Perspektive.

Ihr Vortrag machte deutlich, dass psychische Gesundheit am Arbeitsplatz kein individuelles Randthema ist. Hohe Arbeitsanforderungen, permanente Erreichbarkeit, unklare Verantwortlichkeiten, soziale Konflikte, fehlende Gestaltungsspielräume oder schlecht begleitete Veränderungsprozesse können zu erheblichen Belastungen führen.

Dabei wurde eine zentrale Unterscheidung deutlich: Gesundheitsschutz ist mehr als Obstkorb, Sportangebot oder ein einzelner Workshop. Es geht um Arbeitsbedingungen, Führung, klare Prozesse und die Frage, ob Organisationen Risiken erkennen, benennen und systematisch bearbeiten.

„Gesundheitsförderliche Arbeit entsteht dort, wo Menschen wissen, was von ihnen erwartet wird, wo sie Einfluss auf ihre Arbeit haben, wo Unterstützung erreichbar ist und wo Konflikte nicht ignoriert, sondern professionell aufgegriffen werden“, sagt Wütschert.

Auch die Arbeitsumgebung spielt dabei eine wichtige Rolle. Räume können Konzentration ermöglichen, Begegnung unterstützen, Rückzug erlauben und Orientierung geben. Sie können Belastungen aber auch verstärken, wenn sie nicht zu den Aufgaben, zur Kultur und zum tatsächlichen Arbeitsalltag passen.

Neben den fachlichen Beiträgen war Bern vor allem wieder ein Ort für persönliche Gespräche. Beim gemeinsamen Abendessen wurde weiterdiskutiert; anschließend ging das Netzwerken bis tief in die Nacht weiter – diesmal begleitet vom Deutschland-Spiel bei der Fußball-WM.

Gerade diese Mischung aus fachlichem Input, ehrlichen Einblicken und persönlichem Austausch macht das flexible office network aus. Unterschiedliche Generationen, Branchen und Perspektiven kommen zusammen, um Arbeitswelten nicht nur zu bewerten, sondern gemeinsam weiterzudenken.

Drei Impulse aus Bern

Gesunde Arbeit beginnt bei den Bedingungen: Psychische Gesundheit ist nicht allein eine Frage individueller Resilienz. Arbeitsorganisation, Führung, Kommunikation und Gestaltungsspielräume spielen eine zentrale Rolle.

Arbeitsorte müssen sich an reale Veränderungen anpassen: Hybride Arbeit, sinkende Präsenz, neue Teamstrukturen und wirtschaftliche Veränderungen verlangen nach flexiblen, langfristig nutzbaren Flächenkonzepten.

Wohlbefinden braucht Raum, Kultur und Klarheit: Gute Arbeitswelten entstehen dort, wo räumliche Qualität, passende Prozesse und eine wertschätzende Kultur zusammenkommen.

Vielen Dank an Dr. Veronika Pichler, Marcel A. Fuchs, Björn Sigl und Dr. Milena Sina Wütschert für ihre offenen und inspirierenden Einblicke sowie an alle Teilnehmenden für zwei intensive Tage in Bern.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im September, wenn wir die Büroflächen der DB Personenverkehr AG im Frankfurter Europaviertel besichtigen: Im DB Tower und DB Brick erleben wir das von M.O.O.CON. gestaltete Konzept – tätigkeitsorientiert, vernetzt und darauf ausgelegt, Standorte zusammenzuführen und Silos abzubauen.

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