„Wir wollen nicht alles neu erfinden, sondern den Austausch weiter stärken“
Sandra Liebich ist seit Beginn des Jahres 2026 alleinige Geschäftsführerin der flexible office NXT GmbH. Sie tritt damit die Nachfolge von Gründer Dieter Boch an, der dem Netzwerk weiterhin als Sparringspartner, Impulsgeber und wichtige Verbindung zu Mitgliedern und Wegbegleitern erhalten bleibt. Im Interview spricht Sandra Liebich über Kontinuität, persönliche Begegnungen und die gemeinsame Arbeit an der Zukunft des Netzwerks.
Sandra, seit Anfang 2026 bist du Geschäftsführerin der flexible office network GmbH. Was bedeutet dieser Schritt für dich?
Für mich bedeutet er vor allem Verantwortung – für ein Netzwerk, das über viele Jahre gewachsen ist und von persönlichen Beziehungen, Vertrauen und ehrlichem Austausch lebt. Die Gründung der GmbH und die geregelte Nachfolge schaffen eine klare Grundlage für die Zukunft. Gleichzeitig geht es ausdrücklich nicht darum, mit allem zu brechen oder das Netzwerk neu zu erfinden.
Ich begleite das flexible office network seit gut zehn Jahren. Deshalb kenne ich viele Mitglieder, Partner und Themen sehr gut. Nun übernehme ich die Verantwortung dafür, diese Arbeit weiterzuführen und gemeinsam mit allen Beteiligten weiterzuentwickeln.
Dieter Boch bleibt dem Netzwerk erhalten. Wie sieht die Zusammenarbeit künftig aus?
Dieter bleibt ein wichtiger Teil des flexible office network. Er ist Gründer, er hat das Netzwerk über viele Jahre aufgebaut und geprägt. Seine Erfahrung, seine Kontakte und sein Gespür für Menschen und Themen sind für uns sehr wertvoll.
Wir verstehen unsere Zusammenarbeit als Alterssparring. Dieter bringt einen großen Erfahrungsschatz und eine gewachsene Perspektive auf die Branche mit. Ich bringe meine Sicht auf Kommunikation, Themenvermittlung und die Weiterentwicklung von Formaten ein. Das ergänzt sich sehr gut.
Wo liegen dabei die unterschiedlichen Perspektiven?
Dieter denkt stark aus den Beziehungen und der Geschichte des Netzwerks heraus. Er weiß, welche Entwicklungen die Arbeitswelt über Jahre geprägt haben, kennt viele Akteure persönlich und kann Zusammenhänge sehr gut einordnen.
Mein beruflicher Hintergrund im Journalismus und in der Kommunikation führt vielleicht stärker zu der Frage: Welche Themen bewegen die Menschen gerade? Wie erzählen wir sie verständlich? Und wie schaffen wir Räume, in denen unterschiedliche Sichtweisen sichtbar werden?
Das kann auch bedeuten, Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu diskutieren. Genau darin liegt aber der Wert eines guten Sparrings. Es geht nicht darum, schnell einer Meinung zu sein, sondern gemeinsam zu einer tragfähigen Lösung zu kommen.
Ändert sich mit der neuen Geschäftsführung auch die Ausrichtung des flexible office network?
Die grundsätzliche Ausrichtung bleibt bestehen. Das flexible office network steht weiterhin für den Austausch rund um Arbeitswelten, Büroimmobilien, Gestaltung, Nutzung und die Veränderungen der Arbeitswelt.
Wir werden aber genauer hinschauen, auf welche Themen wir uns konzentrieren. Die Anforderungen an Arbeitsorte, Zusammenarbeit und Unternehmenskultur verändern sich. Deshalb ist es wichtig, die Fragen aufzugreifen, die unsere Mitglieder aktuell beschäftigen, und sie mit den richtigen Menschen zusammenzubringen.
Was ist dir bei den Formaten und Treffen besonders wichtig?
Mir sind persönliche Begegnungen sehr wichtig. Viele der entscheidenden Gespräche entstehen nicht nur auf einer Bühne oder in einem Vortrag, sondern in den Pausen, beim gemeinsamen Essen oder in kleinen Gesprächsrunden.
Dort werden Erfahrungen geteilt, Fragen gestellt und manchmal auch Dinge besprochen, die bewusst nicht öffentlich sind. Dieser offene, vertrauensvolle Austausch gehört für mich zum Kern des Netzwerks. Deshalb werden persönliche Treffen weiterhin eine zentrale Rolle spielen.
Welche Rolle spielt Kommunikation dabei?
Kommunikation bedeutet für mich nicht nur Sichtbarkeit. Sie bedeutet vor allem, Gespräche zu ermöglichen. Gute Kommunikation macht deutlich, warum ein Thema relevant ist, wer etwas dazu beitragen kann und welche Fragen offenbleiben.
Das flexible office network bringt Menschen mit sehr unterschiedlichen Perspektiven zusammen: aus Unternehmen, Architektur, Design, Forschung, Immobilienwirtschaft und Büroeinrichtung. Diese Vielfalt ist eine große Stärke. Unsere Aufgabe ist es, daraus gute Gespräche und relevante Begegnungen entstehen zu lassen.
Was wünschst du dir für die kommenden Jahre?
Ich wünsche mir, dass das flexible office network weiterhin ein Ort bleibt, an dem man offen sprechen kann – über Entwicklungen, Unsicherheiten, konkrete Projekte und auch über unterschiedliche Meinungen.
Wir wollen die Nähe zu unseren Mitgliedern bewahren, neue Impulse aufnehmen und die Themen weiter schärfen, die für die Gestaltung guter Arbeitswelten wirklich relevant sind. Mit Dieter als Sparringspartner und der Erfahrung, die im Netzwerk steckt, haben wir dafür eine sehr gute Basis.